Winterspaß? Oldtimer auch im Winter fahren?

Oldtimer im Winter fahren

Winterspaß? Oldtimer auch im Winter fahren?

Es gibt gute Gründe, das blecherne Schätzchen über die kalte Jahreszeit im Herbst in den Winterschlaf zu versetzen und erst im Frühjahr wieder zu beleben. Es hat jedoch auch seinen Charme, in den kälteren Monaten des Jahres nicht auf klassischen Fahrspaß verzichten zu müssen. Wir möchten uns deshalb mit dem Thema auseinander setzen.

Warum über den Winter einmotten?

Frostige Temperaturen, dicke Schneedecke oder Glatteis – da denken die wenigsten an eine gemütliche Klassiker-Ausfahrt. Wenn es das Wetter ohnehin nicht zulässt, warum den Wagen dann nicht im Winter wohl behütet in der warmen, sicheren Garage ruhen lassen? Wenn es ohnehin wenig Gelegenheiten gibt, lohnt es sich dafür die laufenden Kosten in Kauf zu nehmen? Mit Saison-Kennzeichen z.B. April bis Oktober ist das Auto deutlich günstiger zu unterhalten. Steuer und Versicherung fallen für den passiven Zeitraum nicht an. Zudem spart Ihr Euch die Winterreifen. Denn diese wären im Winter absolute Pflicht. Sicherheit geht vor! Generell hat sich in puncto Sicherheit bei modernen Automobilen einiges getan, da kann ein automobiler Veteran nicht mithalten – man denke z.B. an Anti-Schlupf- bzw. Antiblockiersysteme. Und nicht zuletzt: Streu-Salz ist der große Feind des Klassiker-Fahrers. Und man freut sich doch wieder viel mehr auf das Frühjahr, wenn man nach ein paar Monaten Winterpause endlich wieder den Zündschlüssel herumdrehen kann. Überzeugt? Wie Ihr Euren Klassiker über den Winter richtig einmottet könnt Ihr in unserem passenden Artikel lesen.

Welche Vorteile hat es, das ganze Jahr auf den Klassiker zurück greifen zu können?

Doch es gibt auch Argumente dafür, den Oldie ganzjährig einsatzbereit zu halten oder zumindest an trockenen Tagen in der kalten Jahreszeit ab und an zu bewegen. Immerhin ist die Durststrecke bis zum Frühjahr dann nicht so lang.
Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen können im passiven Zeitraum nicht in Betrieb genommen werden. Gibt der aktuelle Alltagswagen den Geist auf oder muss einfach nur die Tiefgarage renoviert werden…keine Chance, der Klassiker muss stehen bleiben. Also doch angemeldet lassen? So teuer ist es ja auch nicht, den Klassiker als Zweit- oder Drittwagen mit H-Kennzeichen ganzjährig anzumelden. Wenn Ihr auch nicht im tiefsten Winter auf die Piste gehen wollt, so könnt Ihr an dem ein oder anderen schönen Herbsttag oder milden Wintertag für eine Spritztour nutzen.

Winterauto? Winter-Klassiker?

Die meisten Klassiker-Besitzer haben einen moderneren Alltagswagen, der das ganze Jahr über genutzt wird. Oder zumindest einen Winterwagen, der zum Einsatz kommt, wenn der Old- oder Youngtimer sich im Winterschlaf befindet. Schon allein, um letzteren zu schonen. Warum nicht gleich einen Winter-Klassiker? Dieser könnte bei entsprechendem Alter ebenfalls durch ein H-kennzeichen oder bei jüngeren Jahrgängen mit Winter-Saisonkennzeichen auch wirtschaftlich bewegt werden. Wie wäre es mit einem schönen Allrad? Ein Audi Quattro, ein schicker Range Rover oder ein kerniger Land Rover Defender? Oder im gepflegten Zustand dann doch zu schade für den Wintereinsatz? Welche betagten Automobile eigenen sich eher nicht für den Wintereinsatz? Karosserie ohne Vollverzinkung, windiges Roadster-Verdeck oder unterdimensionierte Bremsen…all das könnten Anzeichen sein, vielleicht lieber im Sommer um die Kurven zu jagen.

Auf was muss ich im Winter achten?

Das gilt für alle
Wenn Ihr Euch entschieden habt, Euren Klassiker auch in der kalten Jahreszeit zu nutzen oder Ihr einen ausgewiesenen Winter-Oldie gefunden habt, gibt es einige Punkte zu beachten. Ihr braucht unbedingt Winterreifen! Und wie bei herkömmlichen Autos steht der Wintercheck bzw. -service an. Prüft und erneuert ggf. den Frostschutz der Flüssigkeiten, sorgt für ausreichend Wischwasser und damit für klare Sicht. Zur Pflege, und damit die Türen auch nach Frost leicht geöffnet werden können, imprägniert/fettet die Dichtungen. Schaut auf die Batterie – die leidet bei niedrigen Temperaturen und ist besonders gefordert. Klassiker haben im Vergleich zu modernen Kutschen ein höheres Ausfallrisiko. Packt für den Notfall wärmende Decken und eine Taschenlampe ein, damit Ihr nicht erfriert, solltet Ihr liegen bleiben. Reizt die Kraftstoff-Reserve nicht komplett aus, sodass Ihr notfalls die Heizung auch im Stau oder bei einer Panne laufen lassen zu könnt.
Edle Klassiker
Hochpreisige Oldtimer werden grundsätzlich eher gelegentlich genutzt. Das wird auch im Winter nicht anders sein. Unsere Empfehlung ist, das Schätzchen an trockenen Tagen zu fahren und möglichst von Streu-Salz fern zu halten. Salz greift das Material an und fördert Korrosion! Wenn es sich nicht vermeiden lässt, wascht den Wagen gründlich – insbesondere auch den Unterboden – und stellt ihn wieder trocken ab.
Daily Driver im Winter
Wenn Ihr Euren Klassiker im Winter im Alltag nutzt, lässt sich Wetter- und Salzkontakt nicht vermeiden. Hier kann ein guter Unterbodenschutz und eine Hohlraumversiegelung dazu beitragen, dass Ihr lange Spaß mit dem Winter-Vehikel habt. Wenn dieses im Freien geparkt wird und Ihr keine Garage haben solltet, deckt es wenigstens mit einer Plane oder Scheibenauflagen ab. Das hilft Kratzer oder andere Schäden an Scheiben und Lack zu vermeiden. Über eine trockene und nicht zu kalte Garage freut sich auch Euer Alltagsheld.
Grundsätzlich gilt: Die allgemeinen Anforderungen an einen Klassiker für jeden Tag, sind im Wintereinsatz noch relevanter!

Checkliste

Was spricht für Stilllegen im Winter: Kostenersparnis, Sicherheit, stärkere Korrosion…

Warum ganzjährig einsatzbereit sein: Backup für den Alltagswagen und die Durststrecke bis zum Frühjahr ist deutlich kürzer!

Welcher Klassiker taugt als Winterauto: Will ich meine  Klassiker tatsächlich im Winter bewegen oder schone ich ihn lieber? Hält der Wagen den härteren Bedingungen stand?

Im Winterbetrieb grds. zu beachten: Wintercheck wie bei allen Kraftfahrzeugen! Safety first! Streu-Salz ist böse!!!

Oldtimer im Winter-Alltag: Pflege, Imprägnierung und gute Wartung sind noch entscheidender als im Sommer-Saisonbetrieb. Lieber einen robusten Dailly Driver wählen!

Lenkszene

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